Bonusmaterial Intuition

Bonusmaterial aus Kapitel 3: Intuition als Zugang zum Unbewussten

Übung 1: Basispräsenz

  • Machen Sie sich beim Üben frei von dem Zwang, etwas Bestimmtes erreichen zu wollen. Unterschwellige Gedanken wie „Ich muss diesen Lichtstrahl doch jetzt spüren …“ oder auch „Ich will aber jetzt entspannter sein…“ verhindern eher, dass Sie tatsächlich entspannter werden und sich Ihrer Intuition öffnen können. Die Übung erfordert weniger ein aktives Handeln, als vielmehr ein Zulassen von Gedanken. Manchmal braucht es ein wenig Übung, bis man den Dreh raus hat und sich tatsächlich körperliche Symptome (z. B. Verlangsamung des Herzschlags) zeigen.
  • Nehmen Sie sich am Anfang Zeit für diese kleine Übung, bis Sie das Gefühl haben, es gelingt Ihnen mühelos. Sie werden feststellen, dass es Ihnen immer leichter fallen wird, das gewünschte innere Erleben aufzurufen, je häufiger Sie trainiert haben.

Submodalitäten: Die Sprache des Unbewussten

Inneres Erleben, allen voran intuitives Empfinden, lässt sich nur näherungsweise in Alltagssprache ausdrücken. Zudem lassen sich selbst beim Sprechen in Metaphern kaum wertende Beschreibungen vermeiden. Die Sprache der Submodalitäten hat deshalb zwei grundlegende Vorteile für das Beschreiben von innerem Erleben, denn sie ist gegenüber unserer Alltagssprache:
1. präziser und facettenreicher
2. wertungsfrei (!)

Am leichtesten lässt sich dies anhand eines vergleichenden Beispiels verdeutlichen:

Denken Sie zunächst an eine ausgesprochen positive Situation, die Sie persönlich erlebt haben. Vergegenwärtigen Sie sich mit allen Sinnen und mit allen Details diese Situation. Es kann eine Situation aus dem beruflichen oder auch privaten Umfeld sein. Haben Sie eine?

Nutzen Sie nun die folgenden Fragen, um die Aufmerksamkeit auf unterschiedliche Aspekte dieses inneren Bildes zu lenken. Noch präziser ist der Begriff innere Repräsentation, da der Eindruck nicht immer wie ein vollständiges Bild erscheinen muss. Es spielt also keine Rolle, ob Sie ein perfektes oder vollständiges Bild (bzw. Erinnerung) des guten Moments haben. Nutzen Sie die folgenden Fragen, um sich den Details Ihrer Repräsentation zu nähern. Am leichtesten geht es erfahrungsgemäß, wenn Sie dabei kurz die Augen schließen und sich somit ganz auf das innere Auge konzentrieren können, während Sie die Fragen eine nach der anderen für sich beantworten. Machen Sie im Anschluss eine kurze Notiz in Ihrem Logbuch.

Alle Ihre Wahrnehmungen der inneren Repräsentation sind gültig. Es gibt kein richtig oder falsch und auch keine unmittelbare Zuordnung darüber, was für Sie gut oder weniger gut ist. Um Ihre ganz persönliche Kalibrierung des inneren Erlebens vorzunehmen, gilt es im ersten Schritt zunächst, die eigenen Repräsentationen besser kennenzulernen.

Hinweise

Vergegenwärtigen Sie sich Ihr persönliches Beispiel und lassen Sie sich mit Hilfe der Audio-Datei (s.u.) durch Ihre innere Repräsentation leiten.

Kinästhetische Submodalitäten

Kinästhetische Submodalitäten beziehen sich auf all die Wahrnehmungen, die man fühlen oder spüren kann. Hier sind zum einen die äußeren Merkmale gemeint. Wer zum Beispiel in einem Sessel gesessen hat, kann sich vielleicht später an das Druckempfinden des Sessels oder an dessen Oberflächenbeschaffenheit erinnern. Da es sich jedoch um innere Repräsentationen handelt, gehören auch alle „gefühlten“ Eindrücke dazu. Diese werden häufig in Metaphern ausgedrückt, die bereits submodale Aspekte enthalten. Ein Beispiel dafür: „Ich fiel regelrecht in ein Loch, als mir die schlechte Nachricht überbracht wurde. Mir war, als ob mir der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Mir wurde in dem Moment heiß und kalt.“ Befreit man diese Aussagen von den metaphorischen Elementen, bleibt häufig eine (in diesem Fall kinästhetische) Empfindung bzw. Erlebensbeschreibung zurück, die wertungsfrei wahrgenommen werden kann.

Olfaktorische und gustatorische Submodalitäten

Olfaktorische Reize werden über die Nase oder den Mundraum gerochen; gustatorische über die Zunge geschmeckt. Wie schon bei den kinästhetischen Wahrnehmungen gelingt uns die Beschreibung dieser Aspekte häufig nur noch über Metaphern, die nur teilweise eine tatsächliche Entsprechung haben. Als Beispiel: „Ich hatte dann einen metallischen Geschmack im Mund.“

Auswertung

Nachdem Sie mit Hilfe der Audio-Datei Ihre innere Repräsentation erkundet haben, überprüfen Sie nun im Überblick:

  • Welche der unterschiedlichen Aspekte waren für mich am leichtesten zu analysieren?
  • Welche Aspekte waren fast nicht oder nur sehr schwer zu beantworten?
  • Welche Aspekte erschienen mir besonders wichtig?
  • Welche Aspekte waren bedeutungslos für mich?

Beachten Sie dabei, dass Sie vermutlich bisher sehr wenig Übung darin haben, Situationen in dieser detaillierten Weise zu analysieren. Manche submodalen Merkmale sind vielleicht deswegen ungewohnt, weil Sie diese bisher nicht bemerkt bzw. ihnen keine Beachtung geschenkt haben. Was anfangs mühsam und technisch erscheint, wird bereits nach wenigen Malen der Anwendung zu einer leichten Übung.

Unterschiedsbildung

Gregory Bateson sagt, dass Lernen durch Unterschiedsbildung erfolgt. Finden Sie nun heraus, inwiefern sich Ihre Repräsentation einer als negativ erlebten Situation vom obigen Beispiel unterscheidet. Weitere Informationen dazu finden Sie in unserem Buch „Selbstführung: Auf dem Pfad des Business-Häuptlings“ – erschienen im Springer Gabler Verlag. Dort erfahren Sie auch, wie Sie negativ erlebte Situationen mental auflösen und realistischer – und damit emotional neutraler – betrachten können.